Österreichs erster Segel Guide
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Living on Mother Ocean

Korsika. Westküste. Heute von ihrer üblen Seite: Graubraune Wolken, drehende Winde, Grundstärke 3 bis 4, Böen bis 7, konfuse Welle, gelegentliche Regengüsse. Ein Haufen Mayday-Traffic im Funkgerät. Auf einem Mono hätte man feuchte Hände. Auf der Mother Ocean sitzt die halbe Crew unter der halboffenen Decksluke und spielt seit Stunden Scrabble. An Deck sitzt der Rest und hat auch eine entspannte Zeit. Karin S. schaut übers Meer, dann übers Deck und sagt dann völlig sachlich: "Ich hab schon viel gesehen, aber das ist das beste Schiff, auf dem ich je gefahren bin."

 

Macht stolz, danke, Karin, ist aber nicht ganz präzise: James Wharram würde sagen "Horses for Courses" und damit meinen: Mother Ocean das beste Schiff für seinen Zweck, und der ist entspanntes Wandern mit allem Komfort, auch über weite Distanzen und Ozeane.

 

Mit der Pahi 42 hat Wharram in den 80er-Jahren dem Trend zur immer luxuriöseren Bootsausstattung nachgegeben: Wo klassische Wharrams doch eher höhlenartig wirken, hat die Pahi eine ausladende Nasszelle, eine riesige zweizeilge Pantry und einen Tisch, um den auch acht Leute gemütlich sitzen können.

 

Die wichtigsten Wharram-Designprinzipien gingen bei allem Komfort trotzdem nicht über Bord: Der V-Spant und die ausgeprägten Überhänge an Bug und Heck, die in unangenehmen Wellen für beruhigend progressiven Auftrieb sorgen. Die Flexibilität der Rumpf-Beam-Verbindung und des Riggs, die Wellen- und Windschläge abfedern sollen wie ein Bambusrohr. Und das Prinzip der getrennten Lebens- und Rückzugsräume: Jeder Rumpf hat eine Doppel- und eine Einzelkoje. Eine dritte Doppelkoje befindet sich in einem almhüttenähnlichen Deckshaus. Und das bedeutet: Man kann auch einer vielköpfigen Crew für ein paar Stunden aus dem Weg gehen, wenn man seine Ruhe will.

 

Es ist ein schönes Leben auf diesem Boot: Vor Anker in einem Meter Wasser. Auf See unermüdet und entspannt. Und bei Ballerwind mit unendlich beruhigenden Sicherheitsreserven.

 

Zum Racen wär sie das denkbar schlechteste Schiff. Das Manövrieren in überfüllten Marinas ist auch nicht gerade funny. Aber zum Wandern Richtung Horizont kenne auch ich kein besseres Boot. Recht hast, Karin und - danke, James Wharram. Du hast mich glücklich gemacht...

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